Mitreden · Teil 5 von 6
Abstimmen und wählen
Ab 18 bekommst du die Unterlagen nach Hause. Was dann? Hier steht, wie Abstimmen und Wählen praktisch funktionieren.
Nach dieser Seite kannst du · etwa 20 Minuten
- erklären, wer abstimmen darf und welche Unterlagen man bekommt
- die drei Wege der Stimmabgabe nennen
- bei der Nationalratswahl eine Liste verändern: streichen, kumulieren, panaschieren
- Proporz und Majorz unterscheiden
Abstimmen
Wer darf?
Auf Bundesebene alle Schweizerinnen und Schweizer ab 18 Jahren. Im Kanton Glarus dürfen Jugendliche ab 16 bei kantonalen und kommunalen Fragen abstimmen. Einige Gemeinden und Kantone geben auch Ausländerinnen und Ausländern das Stimmrecht für ihre eigenen Fragen.
Wann?
Der Bund hat bis zu vier Abstimmungstermine pro Jahr. Oft stimmen Kantone und Gemeinden am selben Sonntag über eigene Vorlagen ab. Die kommenden Termine stehen im Abstimmungsarchiv.
Die Unterlagen
Etwa drei bis vier Wochen vor dem Abstimmungssonntag kommt ein Couvert mit dem Stimmrechtsausweis, den Stimmzetteln und dem Abstimmungsbüchlein mit den Erklärungen.
Drei Wege, die Stimme abzugeben
Brieflich
So stimmen die meisten. Stimmzettel ausfüllen, ins Stimmcouvert legen, den Stimmrechtsausweis unterschreiben und alles rechtzeitig zurückschicken oder in den Briefkasten der Gemeinde werfen. Ohne Unterschrift ist die Stimme in den meisten Kantonen ungültig. Mehr unter Brieflich abstimmen.
An der Urne
Am Abstimmungssonntag, manchmal auch schon an den Tagen davor, im Abstimmungslokal der Gemeinde.
Elektronisch
E-Voting gibt es bisher nur in einzelnen Kantonen und für einen Teil der Stimmberechtigten, etwa für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer.
Den Stimmzettel ausfüllen
- Ja oder Nein von Hand in das Feld schreiben. Leer eingelegte Stimmzettel zählen nicht zum Ergebnis.
- Initiative mit Gegenentwurf: Man darf beiden zustimmen. Bei der Stichfrage kreuzt man an, welcher Text gelten soll, falls beide angenommen werden.
- Bei einer Volksinitiative und bei Verfassungsänderungen zählt neben dem Volksmehr auch das Ständemehr, also die Mehrheit der Kantone.
Wählen
Alle vier Jahre wählt die Schweiz das Parlament neu, die nächste Gesamterneuerungswahl ist im Herbst 2027. Jeder Kanton ist ein Wahlkreis.
Nationalrat: Proporz
Die 200 Sitze werden nach Bevölkerung auf die Kantone verteilt, jeder Kanton hat mindestens einen. Gewählt wird nach dem Proporz: Jede Partei erhält so viele Sitze, wie es ihrem Stimmenanteil im Kanton entspricht.
Ständerat: meist Majorz
Jeder Kanton hat zwei Sitze, die ehemaligen Halbkantone je einen. Die meisten Kantone wählen nach dem Majorz: Gewählt ist, wer am meisten Stimmen hat, im ersten Wahlgang braucht es meist das absolute Mehr.
Die Nationalratsliste verändern
Du bekommst Listen aller Parteien und eine leere Liste. Du kannst eine Liste unverändert einlegen oder sie anpassen:
Streichen
Namen auf der Liste durchstreichen, die du nicht wählen möchtest. Mehr unter Streichen.
Kumulieren
Eine Person zweimal auf die Liste schreiben, um ihr mehr Gewicht zu geben. Mehr als zweimal geht nicht. Mehr unter Kumulieren.
Panaschieren
Personen von anderen Parteien auf deine Liste schreiben. So kannst du über Parteigrenzen hinweg wählen. Mehr unter Panaschieren.
Die Zahl der Linien auf der Liste entspricht der Zahl der Sitze deines Kantons. Wer Namen streicht und die Zeilen leer lässt, gibt diese Stimmen der Partei, deren Bezeichnung oben auf der Liste steht. Wie Listen zusammenarbeiten können, erklären Listenverbindung und Unterlistenverbindung. Mehr zum Wählen auf ch.ch.
Teste dich
5 Fragen. Klick auf eine Antwort, dann erscheint die Erklärung. Es wird nichts gespeichert.
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Du stimmst brieflich ab, vergisst aber, den Stimmrechtsausweis zu unterschreiben. Was passiert in den meisten Kantonen?
Mit der Unterschrift bestätigst du, dass du selbst abgestimmt hast. Ohne sie wird die Stimme in den meisten Kantonen nicht gezählt.
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Was bedeutet kumulieren?
Kumulieren gibt einer Person mehr Gewicht. Personen anderer Parteien aufzuschreiben heisst panaschieren.
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Über eine Initiative und einen Gegenentwurf wird gleichzeitig abgestimmt. Darfst du beiden zustimmen?
Das doppelte Ja ist erlaubt. In der Stichfrage gibst du an, welcher Text dir lieber ist.
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Nach welchem Verfahren wird der Nationalrat gewählt?
Beim Proporz bekommen die Parteien Sitze nach ihrem Stimmenanteil. Den Ständerat wählen die meisten Kantone nach Majorz.
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Ab welchem Alter darf man auf Bundesebene abstimmen?
Auf Bundesebene ab 18. Einzig der Kanton Glarus kennt das Stimmrecht ab 16, aber nur für kantonale und kommunale Fragen.
Im Unterricht
Probeabstimmung: Mit einer echten Vorlage aus dem Abstimmungsarchiv eine Abstimmung mit Stimmzetteln und Stimmrechtsausweisen nachspielen, inklusive Auszählung. Danach vergleichen, wie die Klasse und wie die Schweiz entschieden haben.
Listen-Werkstatt: Eine fiktive Liste mit fünf Zeilen und drei fiktiven Parteien vorbereiten. Alle verändern ihre Liste mit Streichen, Kumulieren und Panaschieren. Danach gemeinsam auszählen, wie viele Stimmen jede Person und jede Partei erhält.